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Inklusives Corporate Design für den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband

Corporate Design

Inklusives Corporate Design für den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband
Betreuung durch Prof. Florian Adler im 6. Semester

„Durch Zeichen, Formen, Farben und Typografie visualisieren wir die charakteristischen Eigenschaften und spezifischen Werte von Unternehmen und Organisationen. Das bezeichnen wir als Corporate Design. Was aber, wenn visuelle Wahrnehmung nur eingeschränkt oder überhaupt nicht zur Verfügung steht? Mit welchen Signalen und Medien lassen sich visuelle, haptische oder auditive Übersetzungen entwickeln, die für Sehende und Nichtsehende gleichermaßen attraktiv sind und niemanden ausschließen? Wie transformieren wir sprachliche Begriffe in ein multisensuelles Erscheinungsbild?“

Ausgangssituation
Der DBSV präsentiert sich aktuell in einer blauen, eher kühl und technisch anmutenden Erscheinung. Das Stockmännchen schließt Sehbehinderte aus und macht eine Identifikation mit dem Verband recht schwierig.

Moodboard, Farbwelt und Typografie
Zur Entwicklung und Vermittlung erster Ideen wurde ein Moodboard angefertigt. Zudem wurde durch die Erstellung eines Polaritätenprofils der Markenkern des DBSV herausgearbeitet. Der Verband wirkt aktuell vor allem seriös, einfarbig und konventionell. Der neudefinierte Markenkern basiert auf den Werten selbstbewusst, dynamisch und gemeinschaftlich. Auf dieser Grundlage wurde in Verbindung mit der neuen Bildmarke ein Claim entwickelt: Gemeinsam bewegen. Die Bildsprache wurde entsprechend freundlicher und zugänglicher gestaltet.
Elektromagnetische Wellen werden vom Auge als Farbspektrum interpretiert. Die Wellenlänge des Lichts erzeugt dabei die Farbwahrnehmung. Die Farb­welt leitet sich aus den primären Licht­farben ab – grün, blau, gelb und rot. Ergänzt werden diese Töne durch sekundäre Zwischentöne, die jeweils eine Ver­bindung von grün zu blau und gelb zu rot erzeugen.
Um die Seriosität des DBSV beizubehalten wird die vielfarbige Bildmarke mit einer klaren, sachlichen Schrift ergänzt. Entscheidend bei der Schriftwahl war eine optimale Leserlichkeit sowie ein harmonisches Verhältnis zwischen Wort- und Bildmarke. Die »FF Kievit« zeichnet sich durch ihre sehr offene Form, aber auch durch einen humanistischen Charakter aus und wirkt sowohl selbstbewusst als auch sympathisch.

Haptik
Als haptische Wahrnehmung bezeichnet man das tastende „Begreifen“. Um auch Blinde und Sehbehinderte einzubeziehen, wurden die Drucksachen mit Braillepunkten und Prägungen versehen. So lassen sich die Inhalte nicht nur visuell wahrnehmen, sondern auch haptisch erfühlen.

Dokumentation
Nach Fertigstellung des Konzepts wurde der Projektverlauf dokumentarisch in einem Buch niedergeschrieben.